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2006
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Bis
zu diesem Zeitpunkt hatte er mehr als 3000 Werke, "teils eigene im Fach
der Kirchenmusik, dann viele für die Jugend zum Unterricht, wie auch Arrangierungen
für alle Instrumente zur allgemeinen Zufriedenheit geliefert" und schließlich
"den Ruf seines Verlages durch ganz Deutschland, Frankreich und England
begründet". Mit großer Instinktsicherheit wusste Diabelli mit seinem Schaffen
den vielfältigen musikalischen Bedürfnisse der Biedermeierkultur - der
großen Zeit der Hausmusik - zu entsprechen.
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Anton
Diabelli wurde am 5. September 1781 in Mattsee geboren. Der Vater, der Stiftsmusiker
und spätere Mesner Nikolaus Diabelli, vermittelte ihm die ersten musikalischen
Kenntnisse. |
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7jährig
kam er als Sängerknabe in das Kloster Michaelbeuern, 1790 nach
Salzburg in das Kapellhaus, wo Johann Michael Haydn die für Diabelli
prägende Lehrerpersönlichkeit wurde. Neben Studien am Benediktinergymnasium
in Salzburg und seit 1798 am Wilhelmsgymnasium in München setzte
er die theoretische und praktische Musikausbildung kontinuierlich fort.
Mit
19 Jahren trat Diabelli in das Zisterzienserkloster Raitenhaslach ein, ging
jedoch - nach der Aufhebung des Klosters - 1802 nach Wien, der "Hauptstadt
der Musik". In Wien scheint Diabelli als Lehrer für Klavier und Gitarre
rasch zu Ansehen gekommen zu sein, begann mit der Komposition von Stücken
für den Unterricht und mit dem Arrangieren beliebter Kompositionen für das
häusliche Musizieren. Durch Mitarbeit im Verlag der "Chemischen Druckerei"
erwarb er sich Einblick in das Verlagswesen und veröffentlichte in kurzer
Zeit mehr als 100 eigene Kompositionen und Arrangements. 1818 assoziierte
sich Diabelli mit dem Verlag Peter Cappi und brachte die damals gängigen
Stücke des italienischen Opernrepertoires auf den Markt - jeweils für die
gewünschte Besetzung. 1824 eröffnete er seinen eigenen Kunst- und Musikalienverlag
am Graben Nr. 1133. |
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Mit
wirksamer Werbung kommerzialisierte Diabelli seinen Betrieb und schaffte
den Weg zur Spitze der Wiener Musikverleger, konnte eine Reihe von Verlagen
aufkaufen und sein Angebot ständig erweitern. Eindrucksvoll belegen die
Plattennummern der im Verlag Diabelli erschienenen Werke die enorme Produktivität
seiner Offizin: Als sich Diabelli im Alter von 73 Jahren - nicht ganz freiwillig
- vom Verlagsgeschäft zurückzog, hatte er mehr als 9000 Werke in seinem
Verlagsprogramm, darunter den Großteil des Oeuvres von Franz Schubert, dessen
Genie Diabelli frühzeitig erkannt und geschäftstüchtig genützt hatte. |
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Bereits
1819 war Diabelli mit einer Verlagsidee erfolgreich gewesen: Er wandte sich
an die "vorzüglichsten Tonsetzer und Virtuosen Wiens und der k.k. österreichischen
Staaten" und ersuchte sie, Variationen über einen von ihm komponierten Walzer
zu schreiben. 1823 publizierte Diabelli dieses umfangreiche Werk unter dem
stolzen Titel "Vaterländischer Künstlerverein". Unter den Komponisten befand
sich neben dem jungen Franz Schubert und dem Wunderkind Liszt auch Beethoven,
der jedoch statt einer, dreiunddreißig Variationen schrieb. Dieses als "Diabelli-Variationen"
in die Geschichte eingegangene Opus 120 Beethovens ist eines der bedeutendsten
Variationswerke überhaupt - ein Werk, von dem Diabelli in seiner Verlagsankündigung
sagte, dass es "in seiner Art einzig ist und ... es auch bleiben wird". |
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Doch
nicht bloß als Verleger, auch als Komponist wurde Diabelli von den Zeitgenossen
geschätzt, vor allem seine Kirchenmusik wegen ihrer "leichten Eingänglichkeit
und bequemen Ausführbarkeit". Diabellis Messen, darunter die berühmte, heute
wieder regelmäßig aufgeführte "Pastoralmesse", ebenso die "Landmessen",
Offertorien und Gradualien sind Beispiele einer Gattung, die der Popularisierung
der nachklassischen Kirchenmusik dienen wollten. |
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Als
besonders wertbeständig haben sich viele zwei- und vierhändige Klavierwerke
Diabellis erwiesen. Sie bieten für den Unterricht ansprechendes, pädagogisch
wertvolles Studienmaterial. Von den "Melodischen Übungsstücken im Umfang
von fünf Tönen" über die "Jugendfreuden" und Sonatinen bis zu den reizvollen
Sonaten verläuft der progressiv ansteigende technische und musikalische
Schwierigkeitsgrad. Parallel dazu gab Diabelli Reihen von theoretischen
und praktischen Lehrwerken heraus. Auch die Kammermusikwerke Diabellis werden
heute wieder gern gespielt, namentlich die Sonaten für Flöte und Gitarre
bzw. für Gitarre und Klavier, ebenso die Walzer und Ländler, die einen Eindruck
vermitteln von der Kultur der Wiener Salons zur Zeit des Biedermeier. Weniger
Erfolg hatte Diabelli mit seinen musikdramatischen Werken. Besser lag ihm
der buffoneske Singspielton - davon konnten sich die Zuhörer in Mattsee
bereits im Sommer des Vorjahres überzeugen. |
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Diabelli
wurde für sein Lebenswerk mehrfach ausgezeichnet: Die Gesellschaft der Musikfreunde
Wien und der Dommusikverein Salzburg ernannten ihn zum Ehrenmitglied, der
Kaiser verlieh ihm den Titel eines "k.und k. Hofmusikalienhändlers". Im
Alter von 76 Jahren starb Anton Diabelli am 8. April 1858 und wurde auf
dem St. Marxer Friedhof beigesetzt. Neben dem Gedenkraum im Stiftsmuseum,
dem Dokumentationszentrum der Marktgemeinde und dem "Diabelli-Sommer" mit
Aufführungen von Werken Diabellis und seiner Zeitgenossen soll auch
ein wissenschaftlicher Akzent gesetzt werden: Prof. Leopold Kantner, der
profundeste Kenner Diabellis, wird das Verzeichnis der Werke Diabellis aktualisieren
und in Verbindung mit dem Forschungsinstitut für Salzburger Musikgeschichte
in Buchform publizieren. Damit wird für Wissenschaft und Praxis ein Werkkatalog
vorgelegt werden, der der Forschung neue Impulse verleihen und den Musikern,
den Pädagogen aber auch den Musikliebhabern den Zugang zum Werk Diabellis
erleichtern soll. |
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Univ.-Prof.
Dr. Gerhard
Walterskirchen |
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Das Werkverzeichnis von A. Diabelli
ist 2006 erschienen. 92 Seiten. Lieferung gegen Vorauskassa durch
Überweisung auf das Stiftskonto 5272 BLZ 20404.
Im Preis von € 17,00 sind Versandspesen von € 2,00 enthalten. |
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